Hunde richtig füttern
©opyright Dr. von Rhein

Zum Thema Hundeernährung finden Sie eine Menge widersprüchlicher Meinungen, meist unbelastet von fachlichem Hintergrund. Im folgenden haben wir unsere Ansichten zu diesem wichtigen Thema für Sie zusammengestellt.

Fertigfutter ist für Privathaushalte heute die sinnvolle Basis jeder Hundefütterung. Die Zusammensetzung sowie die Zusätze an Vitaminen und Mineralien entsprechen aktuellen Erkenntnissen über die Bedarfszahlen des Hundes. Futterzusätze (Vitamintabletten etc) sind bei Alleinfuttermitteln grundsätzlich entbehrlich. Feuchtfutter nicht längere Zeit im Napf stehen lassen, sondern Reste nach 1/2 Stunde in die Dose zurückgeben und mit Deckel verschlossen im Kühlschrank lagern.

Selberkochen macht für Grossbetriebe wie Tierheime ökonomisch durchaus Sinn. Es erfordert aber die intensive Beschäftigung mit entsprechender tiermedizinischer Fachliteratur und die genaue Befolgung der dort angegebenen Rezepte. Für einen oder zwei Hunde ist der nötige Aufwand unserer Meinung nach zugross. Und eine einfach nach Gefühl zusammengestellte Ration ist immer in manchen Bestandteilen unausgewogen oder defizient.

Wenn Sie ausser der Reihe mal Reste aus der Küche oder zur Belohnung etwas Besonderes geben, ist das dann unbedenklich, wenn nicht mehr als 1/5 der Tagesration aus solchen Extras besteht. Das Verhältnis der Nahrungsbestandteile in der Gesamtration wird dadurch nur unwesentlich verschoben.

Die Verträglichkeit von Knochen ist sehr individuell. Bei manchen Patienten führt schon ein einziger Kotelett-Knochen zur Verstopfung. Andere vertragen dank kräftiger Magensäure auch grössere Mengen. Die individuelle Grenze kann nur ausprobiert werden. Knochen sind kein Heilmittel gegen Zahnstein. Entgegen landläufigen Gerüchten sind Geflügel-Knochen heute durchaus unbedenklich. 20-jährige Suppenhühner mit glasharten Knochen sind heute Nostalgie. Unbedingt zu vermeiden sind dagegen Knochen von Wild. Diese sind hart und splittern.

Rohes Fleisch darf Ihr Hund nur bekommen, wenn es aus einer Quelle stammt, wo Schweinefleisch weder verkauft noch verarbeitet wird. Das heisst zB. von einem Geflügelhändler oder einem türkischen Metzger. Alles andere Fleisch (nicht nur das vom Schwein) ist als potentiell mit dem tödlichen Aujetzky-Virus infiziert anzusehen. Wie kommt das? Der Metzger benutzt den selben Fleischwolf, die selben Messer usw für alle Fleischarten. Eine Verschleppung kleiner Teile Schweinefleisch ist deshalb leicht möglich. Der Virus wird durch tiefkühlen nicht abgetötet. Sorgfältiges garen inaktiviert ihn. Er ist für Menschen übrigens harmlos.
Getrocknete Schweineohren sind durch Erhitzen auf 120° keimfrei geworden und deshalb unbedenklich.

Jungtiere erhalten bis zum Alter von 6 Monaten speziell als solches gekennzeichnetes Welpenfutter als Feucht- oder Trockenfutter. Futterumstellung (Wechsel der Marke) muss schrittweise -über mehrere Tage- erfolgen. Der Absatzwelpe bekommt noch 4 Mahlzeiten. Im Alter von 4-5 Monaten gehen Sie auf 3 Mahlzeiten täglich über. Bei Klein- und Mittelrassen richtet sich die Menge nach den Herstellerangaben. Bei Grossrassen (ab Cockergrösse) ist für ein ausgewogenes Wachstum eine knappe Fütterung erforderlich. Ziehen Sie dazu von den Hersteller-Empfehlungen noch etwa 20% ab. Merke: Fette (Hunde-)Babys sind nicht süss.

Halbwüchsige (ab 6.Monat) erhalten spezielles Alleinfutter für Heranwachsende. Die Altersgruppe muss auf der Packung angegeben sein. 2-3 Mahlzeiten pro Tag. Mengenberechnung wie bei den Jungtieren.

Erwachsene ab 12 (Kleinrassen) bis 18 Monaten (Grossrassen) erhalten 6 Mahlzeiten pro Woche (d.h 1x tgl minus 1 Hungertag pro Woche) Erwachsenenfutter. Die Menge des Futters muss sich jetzt allein nach dem Aussehen des Hundes richten. Der Hund soll Taille haben. Es gibt aber gute und schlechte Esser bzw
Futterverwerter. Deshalb ist jede Rechnerei (x Gramm Futter pro kg Hund etc) beim erwachsenen Hund sinnlos. Natürlich gibt es Patienten, die besser 2 Tage pro Woche fasten und andere die auch als Erwachsene mehrere Mahlzeiten am Tag brauchen. Lassen Sie sich diesbezüglich von uns individuell beraten.

Ältere Hunde (ab 6-8 Jahren) sollten, soweit die Vorsorgeuntersuchung keine Organschäden mit der Notwendigkeit spezieller Diäten ergibt, auf Seniorenfutter wechseln.

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