Allergie
©opyright Dr. von Rhein

Allergie ist keine Modeerscheinung. Überreaktionen auf Insektenstiche, Lebensmittel und Medikamente sind seit einigen 1000 Jahren bekannt. Allergie ist nur der Name für das Syndrom, dh. die beobachtete Überreaktion. Die zugrundeliegende Krankheit, die Neigung zum Entwickeln von Überempfindlichkeit (Idiosynkrasie), könnte man “allergische Disposition” nennen. Die Ursachen sind unerforscht. Wir persönlich halten heute Umweltgifte für die Hauptschuldigen.

Die Häufigkeit des Auftretens einiger Formen in der Humanmedizin: 5-7% der Bevölkerung reagieren allergisch auf Nahrungsmittel, 0,3-1% auf Zusatzstoffe in Medikamenten, Kosmetika usw und 12-16% auf Pollen (Heuschnupfen). Allergien wechseln. Heute Erdbeeren. Nächstes Jahr Aprikosen.

Häufige Symptome sind: Schnupfen, Husten, Asthma, Ausschlag, Nesselfieber, Schwellungen, Entzündungen, Magen- Darmbeschwerden.

Die Diagnose von Allergien ist leider nicht einfach. Viele Symptome sind unspezifisch. Nicht jeder Schnupfen ist ein allergischer. Der Allergiker reagiert in der Regel nicht nur auf ein Allergen sondern auf mehrere. Man kann versuchen, Allergene mittels Test zu ermitteln. Dazu wird zB. eine Blutprobe im Labor auf Antikörper untersucht. Nur die Allergene, nach denen gezielt gefragt wird, werden überprüft. Es ist praktisch unmöglich, alle denkbaren Allergene auszutesten. Die Tests haben eine hohe Fehlerquote. ZB haben in der Humanmedizin 70% der angeblichen Katzenallergiker gar keinen Kontakt zu Katzen.

Spezifische Behandlungen setzen voraus, dass ein Allergietest verwertbare Ergebnisse ergeben hat: Die Ausschlusstherapie bedeutet einfach das vermeiden der Allergene (zB bestimmter Nahrungsmittel).
Vorteil: Kostenlos und unschädlich.
Nachteil: Manche Allergene zB. Blütenpollen oder Hausstaubmilben kann man nicht vermeiden. Sehr aufwendig bis unmöglich wenn zu viele Allergene nachgewiesen sind.

Die spezifische Hyposensibilisierung (Desensibilisierung). Die im Allergietest nachgewiesenen Allergene werden in steigender Menge gespritzt, um den Körper langsam an sie zu gewöhnen.
Vorteil: Keine Langzeitschäden. Verwendung von Fertigpräparaten.
Nachteil: Unerkannt gebliebene Allergene werden nicht erfasst. Aufwendig. Hohe Kosten.

Unspezifische Behandlungen sind auch ohne Allergietest möglich: Kortikoide als Tablette zum täglichen Eingeben oder als monatliche Depotspritze.
Vorteil: Einfache Handhabung, günstiger Preis.
Nachteil: Bei Daueranwendung sind Organschäden definitif zu erwarten.

Antihistamine als Tablette zum Eingeben
Vorteil: Einfache Handhabung, weniger Nebenwirkungen als Kortison.
Nachteil: Teuer bis sehr teuer. Wirkung schwächer als Kortison. In 70% der Fälle keine oder unzureichende Wirkung. Allgemeinbefinden wird negativ beeinflusst (machen müde).

Die unspezische Desensibilisierung ist eine modifizierte Eigenblutbehandlung. Dem Patienten wird etwas Blut entnommen und im Speziallabor aufbereitet. Dieses individuell für den einzelnen Patienten hergestellte Medikament wird nach genauem Therapieplan in ansteigender Dosis gespritzt.
Vorteil: Die Allergene müssen nicht bekannt sein, auch unerkannte Allergene werden erfasst. Die Behandlung ist mit anderen Therapiemassnahmen (zB Antihistamine) kombinierbar. Organschäden sind ausgeschlossen. Keine Dauerbehandlung nötig. Oft wird schon nach dem ersten Behandlungszyklus von 7 Wochen eine  längere bis jahrelange Beschwerdefreiheit erreicht.
Nachteil: Relativ hoher Behandlungsaufwand. Höhere Kosten als zB Kortison-Tabletten.

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