Leishmaniose
©opyright Dr. von Rhein

Ansteckung
Die Übertragung der Leishmaniose erfolgt in den endemischen Gebieten (Südeuropa und Nordafrika) durch die für die Entwicklung als Zwischenwirt notwendige Sandfliege der Gattung Phlebotomum. In Deutschland erkrankte Hunde haben sich meist im Mittelmeerraum infiziert.

Klinik
Die Symptome sind vielfältig. Die kutane und die viszerale Form treten i.d.R. gleichzeitig auf. Das Hautproblem zeigt sich zuerst als Dermatitis ohne Juckreiz und Alopezie (Schuppenbildung und kleieartige Beläge), besonders an den mucokutanen Übergängen (Nasenspiegel, Augenregion), an den Ohrrändern und Pfoten. Später entstehen Erosionen, Knötchen und Ulcera. Klinisch zeigen die Patienten intermittierendes, therapieresistentes Fieber, Inappetenz, Gewichtsverlust, Hepatosplenomegalie, Lymphadenitis, Polyarthritis, Glomerulonephritis, Augensymptome (Blepharitis, Keratokonjunktivitis,
Uveitis) u.v.m.

Labor
Der Nachweis der Leishmaniose-Antikörper im Immunfluoreszenztest ist schon ab der 2.-3. Woche nach der Infektion möglich, lange bevor klinische Symptome auftreten. Deshalb ist der Test nach Urlaubsreisen geeignet, Infektion frühzeitig zu erkennen.
Direkter Erregernachweis erfolgt in Punktaten von Lymphknoten und Knochenmark oder in Hautbiopsien. Das weiße Blutbild ist uneinheitlich. Entweder besteht eine Leukozytose mit Linksverschiebung oder eine ausgeprägte Leukopenie mit Lymphopenie. Bei gleichzeitig bestehender Lymphknotenschwellung kann das Bild einer Leukämie ähnlich sein. Außerdem kann eine nicht regenerative Anämie und eine Thrombozytopenie bestehen.
Das Gesamteiweiß ist erhöht mit Werten bis über 10 mg/dI. Die Elektrophorese zeigt die Hypoalbuminämie und Hypergammaglobulinämie. Die Leberwerte können ebenfalls erhöht sein

Therapie
1) Im kritischen Zustand muss der Patient 3 Wochen lang intravenöse Injektionen erhalten. Das Medikament ist in Deutschland natürlich nicht zugelassen. Gegen Ende der Behandlung noch eine offene Vene zu finden, ist oft unmöglich. Die Kosten sind erheblich.
2) In leichteren Fällen kann eine orale Gabe eines anderen, hier zugelassenen,  Mittels ausreichen.
3) Die symptomatische Therapie entspricht dem vielfältigen klinischen Bild.

Prognose
Die vollständige Ausheilung der Erkrankung ist die Ausnahme. 75% der Hunde zeigen Rückfälle mit immer schwereren Verlauf. In vielen Fällen ist die Euthanasie die bessere Alternative.

Vorbeugung
Eine Schutzimpfung gegen Leishmaniose ist leider nicht verfügbar. Die sinnvollste Massnahme wäre natürlich, Hunde erst gar nicht in die Mittelmeerländer usw mitzunehmen. Ist dies aus irgendwelchen Gründen nicht möglich, sollte man unbedingt eine konsequente Insektenprophylaxe durchführen. Damit muss schon einige Zeit vor dem Urlaub angefangen werden. Lassen Sie sich hierzu gerne speziell von uns beraten.

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