Chinaseuche / RHD
©opyright Dr. von Rhein

Die Chinaseuche oder Rabbit Hemorrhagic Disease (RHD) ist eine lebensbedrohliche Infektionserkrankung der Kaninchen und Hasen. Ihr erstes Auftreten wurde 1984 in China beobachtet, daher der deutsche Name.  Andere Namen sind Viral Hemorrhagic Disease (VHD) oder Rabbit Calicivirus Disease (RCD). Die Krankheit erreichte 1988 Deutschland und 1992 England. Mittlerweile ist sie weltweit verbreitet.

Erreger der RHD ist ein Calicivirus von besonderer Widerstandskraft. ZB bleibt er bei 4°C bis 225 Tage infektionsfähig.

Die Ansteckung erfolgt direkt von Tier zu Tier oder indirekt über den Tierbesitzer, Einstreu, Futter, Wasser, Käfige, Parasiten, Insekten, Wildvögel usw. Neben Kaninchen befällt er auch Wildhasen. Andere Nager (zB Meerschweine) und Menschen, Katzen etc sind nicht gefährdet. Nur 100 Viren sind zur Infektion nötig, nicht viel wenn man bedenkt, dass Millionen auf einer Nadelspitze Platz haben.

Symptomatik und Prognose hängen vom Stamm des Virus ab. Jungkaninchen unter 4-10 Wochen erkranken meist überhaupt nicht, können aber die Infektion weitertragen. In älteren Kaninchen gibt es verschiedene Verlaufsformen.

1) Manche liegen eines Morgens einfach tot im Käfig ohne irgendwelche äusserlichen Krankheitszeichen.

2) Die meisten durchlaufen eine ein- bis zweitägige Phase massiver Krankheitsanzeichen: Hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Apathie, Krämpfe, Atemnot, Blaufärbung der Schleimhäute, Blut aus den Körperöffnungen und oft noch Schreien kurz vor dem Tod. Ein deutlicher Hinweis auf RHD ist die verkrampfte Stellung der Leiche mit in den Nacken gebogenem Kopf sowie blutig-schaumigem Nasenausfluss.

3) Bei milderem Verlauf kann es nach der Infektion 2 Wochen bis zum Auftreten von Symptomen dauern. Bei dieser Form sehen wir meist nur 3-4-tägige Fressunlust, Fieber und allgemeine Schwäche. Die meisten überleben und werden oft zu Dauerausscheidern. In die Gruppe 3) fallen je nach Virulenz des Erregerstammes nur 0-20%, 80-100% überleben die Krankheit nicht.

Eine Behandlung kann nur symptomatisch erfolgen. Bei aggressivem Virus-Stamm ist der Patient rettungslos verloren.

Zur Vorbeugung ist in jedem Fall die Impfung anzuraten. Die Erstimpfung der Jungtiere kann schon mit 6 Wochen erfolgen. Nachimpfung dann nur noch 1x jährlich.
Die RHD-Impfung kann unproblematisch mit den anderen Kaninchen-Impfungen gegen Myxomatose und Kaninchenschnupfen (Pasteurellose) kombiniert werden.

HOME
Allergie
Anthrax
Babesiose
Borreliose
BSE
Dirofilariose
Epilepsie
FeLV
FIP
FIV
FSE
Kan.Schnupfen
Katzenimpfung
Ktz.schnupfen
Leishmaniose
MKS
Myxomatose
Ohrreinigung
Panleukopenie
Pocken/Variola
RHD
TBC
Täto+Chip
Tollwut
Toxoplasmose
Vogelgrippe
Zecken