TBC - Tuberkulose
©opyright Dr. von Rhein

Erreger der Tuberkulose beim Rind hauptsächlich Mycobacterium bovis, daneben auch M. tuberculosis, der Haupterreger der menschlichen Tuberkulose. Beim Menschen meist M.tuberculosis, auf dem Land und bei Zooangestellten überwiegend M.bovis.

Verbreitung und Vorkommen
In Europa war Tuberkulose bei Menschen und Haustieren bis in die 50er Jahre weit verbreitet. Rinder-TBC beim Menschen war sehr häufig, wurde aber meistens überlebt und führte sogar zu einem Teilschutz gegenüber der Human-TB. Weltweit sind heute etwa 1/3 aller Menschen infiziert. Gegen die neueren Stämme sind Antibiotika wirkungslos.
Dank der Einschleppung durch Flüchtlinge waren in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg etwa 60 % der Rinderbestände befallen. Im Jahr 1952 begann Westdeutschland ein freiwilliges Bekämpfungsverfahren mit Entschädigung der Bauern. Basis der Diagnose war der TBC-Hauttest. Dieses Eliminierverfahren drückte den Anteil der TB-Betriebe bis 1961 auf 0,7 %.
Quelle von Neuausbrüchen sind in Deutschland oft ältere Menschen, die noch mit M. bovis infiziert sind sowie Zootiere. In Großbritannien und Neuseeland werden Rinder häufig durch Dachs und Opossum angesteckt
Die Übertragung des Erregers erfolgt meist durch Niesen oder Husten und durch Aufnahme von infiziertem Trinkwasser oder Futter. Selbst in der Gülle kann der unempfindliche Keim noch ein halbes Jahr überleben.
Der Stadtmensch fängt sich Rindertuberkulose ausser bei Zoobesuchen am leichtesten über Rohmilch und Rohmilchprodukte (Camembert) ein.

Verlauf
Die Krankheit verläuft typischerweise in 4 Stadien. 1. Stadium: Zunächst bildet sich an der Eintrittspforte und etwas später im lokalen Lymphknoten der sogenannte Primärkomplex. Je nach Abwehrkraft des Organismus endet die Krankheit in diesem Stadium endgültig, oder es besteht über mehr oder weniger lange Zeit ein Zustand der vorläufigen Immunität. Er ist gekennzeichnet durch starke Reaktionsfähigkeit gegenüber dem Erreger, was sich diagnostisch in Form des Tuberkulin-Tests ausnutzen läßt.

2. Stadium: Bei schlechten Abwehrkräften kommt es zur Verbreitung über die Blutbahn. Das führt zur akuten Miliartuberkulose (massive Streuung) oder nur zur Entstehung einzelner Knoten in verschiedenen Organen. Auch in diesem Stadium kann noch eine klinische Abheilung durch Verkapselung erfolgen.

3.Stadium: Durch Reaktivierung oder eine massive Neuinfektion kommt es zum nächsten Stadium, einer isolierten chronischen Organtuberkulose mit Ausbreitung entlang anatomischer Strukturen (z. B. Bronchien). Keine Beteiligung von Lymphknoten.

4. Stadium: Rasche Ausbreitung über den ganzen Körper. Auch Lymphknoten tastbar vergrössert. Körperlicher Verfall. Klinische Erscheinungen
Sehr unterschiedlich, je nach befallenem Organsystem. Meist schleichender Beginn. Bei erwachsenen Rindern ist meist die Lunge betroffen. Milchrückgang, Abmagerung, Fieberschübe, matter Husten. Bei Kälbern ist eher der Rachenraum und/oder Darm betroffen.

Diagnostik
Im Anfang nur durch Hauttest nachweisbar da klinisch noch unauffällig. Am Schlachthof werden die tuberkulotischen Organveränderungen im Rahmen der Fleischbeschau entdeckt.
Der klassische Nachweis erfolgte früher in Reihenuntersuchungen mit Hilfe des Tuberkulin-Tests. Weil Deutschland naiverweise für tuberkulosefrei erklärt wurde, sind diese Reihenuntersuchungen hier seit 1997 abgeschafft.
In Neuseeland, Irland und Grossbritannien wird auch der Interferontest verwendet, weil er empfindlicher sein soll.

Juristik
Tuberkulose bei Mensch und Tier ist anzeigepflichtig. Impfungen und Heilungsversuche beim Tier sind in Deutschland verboten.

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