Humor im Oktober
©opyright Dr. von Rhein


Am Sterbebett
Liebe Frau, da ich jetzt bald gehen muss habe ich noch eine letzte Bitte. Du bist noch jung. Vielleicht wirst Du also irgendwann einmal einen anderen Mann kennen lernen. Falls Du dann eines Tages wieder heiratest, möchte ich nicht, dass Du Deinem neuen Mann meine abgetragene Kleidung gibst.
Darüber solltest Du Dir nun wirklich keine Sorgen machen. Peter findet Deinen Geschmack in Anzügen einfach scheusslich.
Schwarze Schafe
Die Tochter des Negerhäuplings bringt ein Kind zur Welt -es ist weiss. Der Häuptling sucht den Missionar auf und stellt ihn zur Rede. Der versucht, sich mit einem Vortrag über Farbmutation und Albinos aus der Schlinge bzw dem Kochtopf zu ziehen. Schliesslich zeigt er auf eine Ziegenherde und sagt:
Siehst Du die die zwei schwarzen Schafe da in dieser Herde, während alle anderen weiss sind?
Ist ja schon gut, Du sagtst nichts und ich sag auch nichts.

Der eingebildete Kranke
Die Schwester stürzt ins Arztzimmer.
Herr Dokter, Herr Dokter, der Simulant von Zimmer 13 ist gestorben.
Lungenentzündung
Der Patient leidet unter einer seltsamen Grippe. Sein Arzt verschreibt Tabletten. Sie helfen nicht.
Beim nächsten Besuch bekommt er eine Penicillin-Spritze. Sie bleibt wirkungslos.
Beim dritten Besuch bekommt der Patient genaue Anweisungen:
"Gehen Sie nach Hause. Baden Sie möglichst heiss. Öffnen Sie alle Fenster und stellen Sie sich in den Zug"
"Aber", protestiert der Patient, "wenn ich das mache, kriege ich ja eine Lungenentzündung"
"Genau", antwortet der Arzt, "und wir wissen eine Menge über Lungenentzündung."

Es Weihnachtet

Montag, 7. Oktober, 10:47
Schönster Altweibersommer. Noch einmal Menschen in T-Shirt und Sandalen in die Straßencafes und Biergärten. Bisher keine besonderen Vorkommnisse in der Innenstadt. Dann plötzlich kommt der Befehl von Aldi-Geschäftsführer Erich B.: "5 Paletten Lebkuchen und Spekulatius in den Eingangsbereich." Von nun an überschlagen sich die Ereignisse. Zunächst reagiert SK-Geschäftsführer Martin O. eher halbherzig mit einem erweiterten Kerzensortiment und Marzipankartoffeln an der Kasse.
15:07 Uhr
Edeka-Marktleiter Wilhelm T. hat die Mittagspause genutzt und operiert nunmehr mit Lametta und Tannengrün in der Wurstauslage.
16:02 Uhr
Die Filialen von Penny und Ihrkauf bekommen Kenntnis von der Offensive, können aber auf Grund von Lieferschwierigkeiten nicht gegenhalten und fordern ein Weihnachtsstillstandsabkommen bis zum 10. Oktober. Die Gespräche bleiben ohne Ergebnis.

Dienstag, 8. Oktober, 7:30 Uhr
Im Eingangsbereich von Karstadt bezieht überraschend ein Esel mit Rentierschlitten Stellung, während 2 Weihnachtsmänner vom studentischen
Nikolausdienst vorbeihastende Schulkinder zu ihren Weihnachstwünschen verhören. Zeitgleich erstrahlt die Kaufhausfassade im gleißenden Schein von 260000 Elektrokerzen. Die geschockte Konkurrenz kann zunächst nur ohnmächtig zuschaun, immerhin haben jetzt auch Spar, Coop und SK den Ernst der Lage erkannt.

Mittwoch, 9. Oktober, 9:00 Uhr
Edeka setzt Krippenfiguren ins Gemüse.
9:12 Uhr
SK kontert mit massivem Einsatz von Rauschgoldengeln im Tiefkühlregal.
10:05 Uhr
Bei Ihrkauf verirren sich dutzende von Kunden in einem Wald von Weihnachtsbäumen.
12:00 Uhr
Neue Dienstanweisung bei Coop. An der Käsetheke wird mit sofortiger Wirkung ein 'Frohes Fest' gewünscht. Der Spar-Markt kündigt für den
Nachmittag Vergeltungsmaßnahmen an.

Donnerstag, 10. Oktober, 7:00 Uhr
Karstadt schaufelt Kunstschnee in die Schaufenster.
8:00 Uhr
In einer eilig einberufenen Krisenversammlung fordert der aufgebrachte Penny-Geschäftsführer Walter T. von seinen Mitarbeitern lautstark:
"Weihnachten bis zum Äußersten" und verfügt den pausenlosen Einsatz der von der Konkurrenz gefürchteten CD 'Weihnachten mit Mireille Matthieu' über Deckenlautsprecher. Der Nachmittag bleibt ansonsten ruhig.

Freitag, 11. Oktober, 8:00 Uhr
Anwohner der Ladenstraße versuchen mit Hilfe einer einsweiligen Verfügung, die nun auch vom Spar-Markt angedrohte Musikoffensive 'Heilig Abend mit den Flippers' zu stoppen.
9:14 Uhr
Ein Aldi-Sattelschlepper mit Pfeffernüssen rammt den Posaunenchor 'Adveniat', der gerade vor Karstadt zum großen Weihnachtsovatorium ansetzen wollte.
9:30 Uhr
Aldi dementiert. Es habe sich bei der Ladung nicht um Pfeffernüsse, sondern um Christbaumkugeln gehandelt.

Sonnabend, 12. Oktober
Die Fronten verhärten sich. Die Strategien werden zunehmend aggressiver.
10:37 Uhr
Auf einem Polizeirevier meldet sich die Diabetikerin Anna K. und gibt zu Protokoll, sie sei soeben auf dem Coop-Parkplatz zum Verzehr von Glühwein und Christstollen gezwungen worden. Die Beamten sind ratlos.
12:00 Uhr
Seit gut einer halben Stunde beschießen Karstadt, Edeka und Coop die Fußgängerzone mit Schneekanonen. Das Ordnungsamt mahnt die Räum- und Streupflicht an. Umsonst.
14:30 Uhr
Teile der Innenstadt sind unpassierbar. Eine Hubschrauberstaffel des Bundesgrenzschutzes beginnt mit der Bergung von Eingeschlossenen.






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